Sonntag, 29. April 2018

Belem / sich im Warten zu üben oder es aufzugeben

Heute ging es mit der Tram 15 vom Praça da Figueira nach Belem (portugiesisch Betlehem). Ein ungewöhnlich seltsamer Stadtteil. Die Sehenswürdigkeiten am Tajo sind von einer Bahnlinie mit dem bebauten Stadtgebiet getrennt. Fußgänger konnten mit Hilfe von Brücke oder Untertunnelungen, leider nicht ausreichend viele Möglichkeiten vorhanden, die Seiten wechseln. Der unfreiwillige Start, es war mir nicht möglich die Straßenbahn an meiner Wahlstation zu stoppen, war das Mosteiro dos Jerónimos. Eine Menschenschlage bei der Kassa, eine Menschenschlange beim Eintritt ins Kloster und eine Menschenschlage beim Eingangstor der Kirche. Foto. Ich reihe mich nicht ein.

Das Padrão dos Descobrimentos ist das Seefahrerdenkmal. Eine kurze Warteschlange machte das Anstellen akzeptabel. Hoch oben auf dem Monument waren die Aussicht auf den Tajo, den Torre de Belem, dem Mosteiro dos Jerónimos und das helle und dunkle Wolkenspiel ein Spektakel.
Mütter setzten mit Begeisterung ihre Kinder auf die schmale Mauer um sie zu fotografieren. Keine Angst, dass eine Windböe die Kinder in die Tiefe reißen könnte. Es gibt Mutterliebe und grenzenlose Mutterliebe.

Nach dem Abstieg des Denkmals zeigten die portugiesische Luftstreitkräfte (FAP) was sie an Geschwindigkeit und Lautstärke zu bieten haben. Ich sah sie, dann staunte ich, dann flog mein Hut weg und meine Ohren dröhnten. Die zwei Fluggeräte waren zum Greifen nahe. Ich wunderte mich, dass sie so knapp über Wohngebiet hinwegfegen dürfen.

Das Wagenmuseum ist das größte der Welt. Die Wagenburg in Wien hat mehr Charme und die Wagen sind in Top-Zustand. Hier war die Auswahl an Wagen sehr groß und der Reichtum der ehemaligen Besitzer zur Schau gestellt. Der Wagen von Maria Anna von Österreich durch die Heirat mit Johann V Königin von Portugal war unter anderem auch zu bewundern.  

Ein zweiter Versuch in das Mosteiro dos Jerónimos gab ich wieder auf als ich die dicke lange Warteschlange sah.

Ich hoffte auf den Torre deBelem und einen Blick ins Innere dieses Gebäudes. Hier war die Warteschlange nicht so lange, leider aber knapp über dem Meer auf einem Holzsteg, der Wind wehte die Menschen fast weg und die gefühlte eisige Temperatur vermiesten mir das Anstellen.

Im Vorbeigehen am Museu de Arte lud mich keine Menschenschlange vor der Kasse zum Eintritt ein. Es war die Escher-Ausstellung zu sehen. Fantastisch. Ich war glücklich und konnte mich von den tollen perspektivischen Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und Wahrnehmungen kaum trennen. Ich war begeistert und versöhnt.


Ein dritter Versuch (16.30) in das Mosteiro dos Jerónimos zu gelangen gab ich endgültig auf. Menschentrauben ohne Ende.

Der Tropische Garten neben dem Kloster ist leider sehr vernachlässigt und zeigt sich in traurigem, verwahrlostem, ungepflegtem und ungeliebtem Zustand. Schade, dafür auch keine Menschenschlage, Menschentraube oder Warteschlange.

Der Bus E15 bringt mich mit Lichtgeschwindigkeit zurück nach Beixa.

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