Heute ging es mit der Tram
15 vom Praça da Figueira nach Belem (portugiesisch Betlehem). Ein ungewöhnlich
seltsamer Stadtteil. Die Sehenswürdigkeiten am Tajo sind von einer Bahnlinie
mit dem bebauten Stadtgebiet getrennt. Fußgänger konnten mit Hilfe von Brücke
oder Untertunnelungen, leider nicht ausreichend viele Möglichkeiten vorhanden,
die Seiten wechseln. Der unfreiwillige Start, es war mir nicht möglich die
Straßenbahn an meiner Wahlstation zu stoppen, war das Mosteiro dos Jerónimos.
Eine Menschenschlage bei der Kassa, eine Menschenschlange beim Eintritt ins
Kloster und eine Menschenschlage beim Eingangstor der Kirche. Foto. Ich reihe
mich nicht ein.
Das Padrão dos Descobrimentos ist das Seefahrerdenkmal. Eine kurze Warteschlange machte das
Anstellen akzeptabel. Hoch oben auf dem Monument waren die Aussicht auf den
Tajo, den Torre de Belem, dem Mosteiro dos Jerónimos und das helle und dunkle
Wolkenspiel ein Spektakel.
Mütter setzten mit
Begeisterung ihre Kinder auf die schmale Mauer um sie zu fotografieren. Keine
Angst, dass eine Windböe die Kinder in die Tiefe reißen könnte. Es gibt
Mutterliebe und grenzenlose Mutterliebe.
Nach dem Abstieg des
Denkmals zeigten die portugiesische Luftstreitkräfte (FAP) was sie an
Geschwindigkeit und Lautstärke zu bieten haben. Ich sah sie, dann staunte ich,
dann flog mein Hut weg und meine Ohren dröhnten. Die zwei Fluggeräte waren zum
Greifen nahe. Ich wunderte mich, dass sie so knapp über Wohngebiet hinwegfegen
dürfen.
Das Wagenmuseum ist das
größte der Welt. Die Wagenburg in Wien hat mehr Charme und die Wagen sind in
Top-Zustand. Hier war die Auswahl an Wagen sehr groß und der Reichtum der ehemaligen
Besitzer zur Schau gestellt. Der Wagen von Maria Anna von Österreich durch die
Heirat mit Johann V Königin von Portugal war unter anderem auch zu bewundern.
Ein zweiter Versuch in das
Mosteiro dos Jerónimos gab ich wieder auf als ich die dicke lange Warteschlange
sah.
Ich hoffte auf den Torre deBelem und einen Blick ins Innere dieses Gebäudes. Hier war die Warteschlange
nicht so lange, leider aber knapp über dem Meer auf einem Holzsteg, der Wind
wehte die Menschen fast weg und die gefühlte eisige Temperatur vermiesten mir
das Anstellen.
Im Vorbeigehen am Museu de
Arte lud mich keine Menschenschlange vor der Kasse zum Eintritt ein. Es war die
Escher-Ausstellung zu sehen. Fantastisch. Ich war glücklich und konnte mich von
den tollen perspektivischen Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und Wahrnehmungen kaum
trennen. Ich war begeistert und versöhnt.
Ein dritter Versuch (16.30)
in das Mosteiro dos Jerónimos zu gelangen gab ich endgültig auf.
Menschentrauben ohne Ende.

Der Tropische Garten neben
dem Kloster ist leider sehr vernachlässigt und zeigt sich in traurigem,
verwahrlostem, ungepflegtem und ungeliebtem Zustand. Schade, dafür auch keine
Menschenschlage, Menschentraube oder Warteschlange.
Der Bus E15 bringt mich mit
Lichtgeschwindigkeit zurück nach Beixa.
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