Freitag, 4. Mai 2018

der letzte Tag

Das Carmo Archaeological Museum in einer Kirchenruine punktet durch die Überreste des erdbebengeschüttelten Gebäudes. Die Naturkatastrophe war am 1.11.1755.

















Verloren im Sonnenschein gehe ich durch die Stadt. Im Museu Calouste Gulbenkian lud der Garten zum Spaziergang ein. Die Enten waren angriffslustig, verfressen und zeigten keine Angst vor dem Menschen. Wenn ein Fisch an Fuß einer Ente knabberte bekam er mit dem Schnabel auf den Kopf gehauen. Das war lustig zuzusehen.

Das Museu de Lisboa im Palácio Pimenta habe ich nicht besucht. Das endlich gute Wetter und die wunderbare Sonne und Wärme haben nach Aktivität im Freien gerufen. Am Parque Eduardo VII starteten die Sightseeing Busse. Ohne Voucher keine verbilligte Tour. Gut. Den Voucher aus der Wohnung holen und zum Praca dos Restauradores gehen um einen roten Touristenbus zu nehmen. Es kam keiner. Es kam keiner und es kam keiner. Verzicht auf weiteres Warten in der Sonne und Aufnahme eines langen Spazierganges zum Miradouro do Monte Agudo. Bei Wasser und Cider bewunderte ich die Aussicht. Dann wieder zum Praca dos Restauradores zurück gehen und auf der Dachterrasse am Eden Aparthotel (ex Teatro) tranken meine Freunde mit mir eine Flasche Wein.

Der Nachmittag wird zum Abend und in einem kleinen Lokal neben unserem Wohnhaus aßen meine Freunde mit mir zu Abend.

Die Woche Lisboa ist vorbei. Viel gesehen und einiges an Eindrücke gesammelt, was werde ich an Erfahrung mitnehmen? Lisboa-Card unnötig, viele Touristen, lange Warteschlangen, die Massen an Menschen bewältigt die Stadt noch nicht, die Bewohner sind geduldig, die Gebäude von Lisboa sind traurig und müde.

Was hat mir besonders gut gefallen: die Burg San Jorge, die Escher-Ausstellung, Torre de Belem, das Padrao dos Descorbrimentos (Seefahrerdenkmal), Sintra im Allgemeinen und im Besonderen Quinta da Regaleira.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Sintra - ein Ausflug

Mit dem Zug nach Sinra, das Bad Ischl von Portugal. Hier war der König auf Sommerfrische und der reiche Adel hat sich ebenfalls hier angesiedelt um der Königsfamilie Gesellschaft zu leisten.



Palacio Nacional de Sintra – weder Schloss noch Burg aber stattlich








Quinta da Regaleira – ein Märchenschloss mit Zauberpark. Die Attraktionen im verwachsenen Garten waren spannend, einfallsreich und mystisch.
 
Es führte uns ein privater Guide, da eine lange, lange Menschenschlange am  Bahnhof in Sintra die Besucher zu ihren Ausflugszielen brachte und meine Freunde uns nicht mit Warten aufhalten wollten. Er erzählte uns sehr viel und bracht uns auch zur Westküste in ein wunderbares Lokal. Das erste wirklich gute Essen war ein Oktopus gekocht mit Süßkartoffeln und Gemüse.


Palacio Nacional da Pena – eine Burg für einen verspielten Regenten, zu bunt und zu kitschig.


Wetter: 14°C, wolkig, windig; es fühlt sich sehr kalt an.

Die Nelkenrevolution

1928 bis 1970 regierte Diktator Antonio de Oliveira Salazar. 1974 schloss sich eine Gruppe linker Offiziere zusammen um den neuen Diktator aber auch Reformisten Marcelo Caetano zu stürzen. 25.4.1974 um 00.30 Uhr beginnt der Militärputsch und nach 18 Stunden war alles vorbei. Ein Blumenverkäufer gibt einem Soldaten am Rossio eine rote Nelke. Er steckt diese in seinen Gewehrlauf. Viele Soldaten machten es gleich. Die Bilder mit den roten Nelken im Gewehrlauf der Soldaten verbreiteten sich rasch. Dieser Tag ist ein Feiertag. Es werden an diesem Ehrentag Nelken verkauft um die neue Generation an den für Portugal wichtigsten Tag des 20. Jahrhunderts zu erinnern. (Nelkenrevolution)

Mittwoch, 2. Mai 2018

Oseanário und Museu Nacional do Azulejo

Nachdem ich meine Geburtstagstorte angeschnitten habe fuhr ich zum Oceanário. Es war eine Attraktion der Expo 98. Die Besucher und Besucherinnen besonders Kinder und Jugendliche sehen sich die Meeresbewohner nicht an oder beobachten das Treiben unter Wasser. Nein es wird alles fotografiert und auf Video festgehalten. Aber g’schaut wird nicht.



 
 

Ich fand den Sea Dragon Horse, auf deutsch Festzenfisch, besonders lieb und süß.

Eine Gondelfahrt entlastete die Beine.

Museu Nacional do Azulejo, hier werden sämtliche Infos über die unstfertigkeit der Fließen erzählt und gezeigt.

Heute habe ich meinen Schrittzähler aktiviert für den Walk4fun. 15265 Schritte. Meine Beine fühlen sich genau so an. Zur Belohnung gönnte ich mir einen Weichsellikör.
 

temperamentvoll oder phlegmatisch

Die Portugiesen sind keine klassischen Südländer mit hitzigem Temperament. Ihr Wesen ist phlegmatisch, spezifisch für sie ist Saudade. Das Wort ist nicht zu übersetzten, es umfasst Weltschmerz und Wehmut nach dem Verlorenem und Unerreichbarem. Dem Wiener und der Wienerin nicht unähnlich.

Fado oder fad?

Fado bedeutet Schicksal und nicht fad wie langweilig aus dem Wienerischen.

Es ist eine elegante melancholische Musik. Eine Singstimme, eine spanische Gitarre und eine 12saitige portugiesische Gitarre erzählen über die Rätsel der Leidenschaft des Lebens, von Liebe, Eifersucht, Verrat und Tod.
Ob die Herkunft die arabischen oder dem brasilianischen Wurzeln sind, das ist unklar. Sicher ist es kam in den 1850er Jahren auf, hatte die Blüte in den 1940iger Jahren, verstummte in den 1970iger Jahren und wurde in den 1990iger Jahren wach geküsst.

Azulejos – Fliesen, Fliesen, Fliesen

Das Wort azulejo kann aus dem Arabischen kommen, azzularij wie polierter Stein oder lazuward wie blauer Stein. Kirchen und Klöster wurden mit Bibelszenen und Heiligen verziert. Im 17, Jahrhundert wurde mit unzählige Fliesen ein riesiges Bild entworfen.

Dienstag, 1. Mai 2018

Architektur / Elevador de Santa Justa / Chiado ...

Eine unendliche lange Menschenschlage versteckte sich hinter dem Elevador de Santa Justa. Alle warten geduldig auf eine Fahrt um 5,50 Euro um sich wieder anzustellen um auf den 2. Stock der Aussichtsplattform zu kommen. Wer sich in Geduld üben will, muss unbedingt nach Lisboa kommen.
Robert hat einen Aufzug eines Geschäftes gefunden, kein Warten, keine Menschenmassen, gratis mit dem Erfolg auf eine tolle Terrasse zu kommen um auf den Aufzug des Schülers von Herrn Eifel zu blicken. Das reicht aus. Bei einem Drink die wärmende Sonne genießen war ein schöner Start in den Tag. Das hat mir und meiner kleinen Reisegruppe gefallen. Danke Robert.

Das Arqueologico do Carmo in der Ruine eines alten Kirchengebäudes konnte ich leider nicht besichtigen.

Es gibt viele sehr bekannte Baustile, wie Maurisch, Romanisch, Barock, Neoklassizistisch, usw. in Europa. Besonders und auffällig ist der manuelinische Stil. Die Architekten verbanden gotische mit anderen Stilelementen zu einem neuen, prunkvollen Stil. Glatte Wände mit reich verzierten Fenstern und Türen mit einer Fülle an Ornamente zu ehren des Meeres und seiner Bezwinger. Manuelinischer Stil nach König Manuel I.

Seim Spaziergang durch Chiado beeindruckte ein tolles Kaufhaus, namens Empaixada. Nicht nur das Haus zeigt seine einstige Schönheit sonder auch im Inneren war es fantastisch. Der Stiegenaufgang war königlich und die Geschäfte boten feinste Waren an. Es ist toll und eine Besichtigung Wert. Keine Warteschlangen.



Viel Freude bereitete mir die Avendida Liberdarde zum Parque Eduardo VII. Eine Oase für die Seele, viel Grün, laufende Hunde und spielende Kinder.

Rossio, eines der Bahnhofsgebäude, liegt direkt neben unserer Unterkunft.


 

Ein Tag des Schreckens in der Geschichte Lisboas

01.11.1755 damals auch ein Feiertag, wie heute. Allerheiligen. 250.000 Einwohner und Einwohnerinnen aus Lisboa beteten in den prächtigen Kirchen und Kathedralen der Stadt. Ein Erdbeben, das schwerste in der Geschichte Europas, störte die Andacht. Die Metropole wird erschüttert. Es zerstört den Hafen und die Gebäude der Gelehrsamkeit. Die Hauptstadt Portugals und des portugiesischen Weltreichs wird durch eine Naturkatastrophe bedroht. Tausende Menschen rannten hinaus auf die Straßen und Plätze. Ein weiterer stärkerer Erdstoß begrub hunderte Menschen unter den herabstürzenden Gebäudeteilen. Ein 3,5 m breiter Riss entzweite den Boden. Viele Menschen flohen zum Fluss und suchten auf den Freiflächen Schutz. 40 Minuten nach der letzten Erschütterung rollte ein Tsunami mit 15 m Höhe den Tejo hinauf und überschwemmte die Unterstadt. Der Rest wurde durch ein infernalisches Feuer, getragen durch den Nordostwind, verbrannt.

60.000 Todesopfer
85% der Stadt vollkommen zerstört
50% des portugiesischen Bruttoinlandproduktes als Schadenshöhe

Der Prämierminister Sebastiao Jose de Carvalho e Melo rief aus: „Beerdigt die Toten und ernährt die Lebenden.“ Das ersparte Hunger und Epidemien. Außerdem entwarf er ein völlig neues Stadtzentrum, das heutige Baixa. Er wollte auch Licht ins Dunkel der Katastrophe bringen und sandte Umfragen durch das ganze Land. Wie lange dauerte das Beben? Wie viele Nachbeben gab es? Was wurde zerstört? Wie verhielten sich die Tiere? Mit diesen Fragen wurde er als „Vater der Seismologie“ genannt.

Montag, 30. April 2018

Alfama

Ein Labyrinth schmaler Straßen, Treppen, Sackgassen und kleiner Plätze macht die Situation in diesem Stadtbereich eng.

Sé, die Kathedrale, wurde auf einer maurischen Moschee gebaut. Sie sieht, durch die Türme und der Fensterrose, Notre Dame sehr ähnlich. Leider steht die Kirche auf einem kleinen Platz und darf seine architektonische Wirkung nicht zeigen. Das gotische Innere ist einfach und schlicht.

Museu-Escola de Artes Decorativas ist im wunderbaren Azarara-Palast. Das Gebäude ist leicht zu erkennen an der roten Außenfassade. Darin befindet sich die bedeutendste Möbelsammlung Portugals darin, auch Gemälde, Textilien, Porzellan und Silber werden gezeigt.


 
Eine Runde Tam 12 – um die Beide etwas zu schonen.

Der Klosterkomplex und die Kirche Sao Vicente de Fora waren leider geschlossen. Montag ist Ruhetag.

Das Castelo de Sao Jorge ist hoch oben an der Außenmauer abzugehen. Es gibt keine Prunkräume oder sonstige Wohnstätten in der Wehranlage zu sehen. Die Besichtigung ist die zu Füßen liegende Stadt, in meinem Fall in der Abendsonne.



Die Straßenbahn – ein Wahrzeichen
 
Straßenbahnen und Standseilbahnen sowie ein prachtvoller alter Eisenaufzug ersparen manch mühsamen Weg. Ab 1873 waren schwerfällige, aber bald sehr beliebte, Pferdebahnen in den Straßen von Lisboa unterwegs. Ab 1924 wurden die Electricos in betriebseigenen Werkstätten gebaut. Heute noch sind diese Fahrzeuge aus dem Straßenbild nicht weg zu denken. Die Straßenbahnstationen sind von Touristen belagert und die Warteschlange für die Linie 28 ist elendslang. Verwenden Einheimische noch die Straßenbahn oder einen Aufzug? Haben die Lissabonner Zeit sich anzustellen? Und wollen sie sich anstellen um ihren Arbeiten nach zu kommen?

Lisboa wird von den Touristen erdrückt. Die Menschenmassen sind in den engen Straßen und kleinen Tams nicht zu bändigen.

Seit der Anreise ist das Wetter sehr wechselhaft. Sonne mit Wärme, Regen und Wind lassen mich frieren. (10°C/16°C). Das ist normal nahe dem Atlantik.

Der Geschmack Lisboas

Armes Protugal! Immer noch wirst du gerne als gastronomische Wüste bezeichnet. Es wurde mir berichtet über gutes, einfaches Essen, reichhaltige Fischgerichte, wunderbare Kaffeekultur. Ich schmecke die Speisen salz- und gewürzarm. Richtig gut gegessen habe ich noch nicht.

Sonntag, 29. April 2018

Belem / sich im Warten zu üben oder es aufzugeben

Heute ging es mit der Tram 15 vom Praça da Figueira nach Belem (portugiesisch Betlehem). Ein ungewöhnlich seltsamer Stadtteil. Die Sehenswürdigkeiten am Tajo sind von einer Bahnlinie mit dem bebauten Stadtgebiet getrennt. Fußgänger konnten mit Hilfe von Brücke oder Untertunnelungen, leider nicht ausreichend viele Möglichkeiten vorhanden, die Seiten wechseln. Der unfreiwillige Start, es war mir nicht möglich die Straßenbahn an meiner Wahlstation zu stoppen, war das Mosteiro dos Jerónimos. Eine Menschenschlage bei der Kassa, eine Menschenschlange beim Eintritt ins Kloster und eine Menschenschlage beim Eingangstor der Kirche. Foto. Ich reihe mich nicht ein.

Das Padrão dos Descobrimentos ist das Seefahrerdenkmal. Eine kurze Warteschlange machte das Anstellen akzeptabel. Hoch oben auf dem Monument waren die Aussicht auf den Tajo, den Torre de Belem, dem Mosteiro dos Jerónimos und das helle und dunkle Wolkenspiel ein Spektakel.
Mütter setzten mit Begeisterung ihre Kinder auf die schmale Mauer um sie zu fotografieren. Keine Angst, dass eine Windböe die Kinder in die Tiefe reißen könnte. Es gibt Mutterliebe und grenzenlose Mutterliebe.

Nach dem Abstieg des Denkmals zeigten die portugiesische Luftstreitkräfte (FAP) was sie an Geschwindigkeit und Lautstärke zu bieten haben. Ich sah sie, dann staunte ich, dann flog mein Hut weg und meine Ohren dröhnten. Die zwei Fluggeräte waren zum Greifen nahe. Ich wunderte mich, dass sie so knapp über Wohngebiet hinwegfegen dürfen.

Das Wagenmuseum ist das größte der Welt. Die Wagenburg in Wien hat mehr Charme und die Wagen sind in Top-Zustand. Hier war die Auswahl an Wagen sehr groß und der Reichtum der ehemaligen Besitzer zur Schau gestellt. Der Wagen von Maria Anna von Österreich durch die Heirat mit Johann V Königin von Portugal war unter anderem auch zu bewundern.  

Ein zweiter Versuch in das Mosteiro dos Jerónimos gab ich wieder auf als ich die dicke lange Warteschlange sah.

Ich hoffte auf den Torre deBelem und einen Blick ins Innere dieses Gebäudes. Hier war die Warteschlange nicht so lange, leider aber knapp über dem Meer auf einem Holzsteg, der Wind wehte die Menschen fast weg und die gefühlte eisige Temperatur vermiesten mir das Anstellen.

Im Vorbeigehen am Museu de Arte lud mich keine Menschenschlange vor der Kasse zum Eintritt ein. Es war die Escher-Ausstellung zu sehen. Fantastisch. Ich war glücklich und konnte mich von den tollen perspektivischen Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und Wahrnehmungen kaum trennen. Ich war begeistert und versöhnt.


Ein dritter Versuch (16.30) in das Mosteiro dos Jerónimos zu gelangen gab ich endgültig auf. Menschentrauben ohne Ende.

Der Tropische Garten neben dem Kloster ist leider sehr vernachlässigt und zeigt sich in traurigem, verwahrlostem, ungepflegtem und ungeliebtem Zustand. Schade, dafür auch keine Menschenschlage, Menschentraube oder Warteschlange.

Der Bus E15 bringt mich mit Lichtgeschwindigkeit zurück nach Beixa.