Dienstag, 1. Mai 2018

Ein Tag des Schreckens in der Geschichte Lisboas

01.11.1755 damals auch ein Feiertag, wie heute. Allerheiligen. 250.000 Einwohner und Einwohnerinnen aus Lisboa beteten in den prächtigen Kirchen und Kathedralen der Stadt. Ein Erdbeben, das schwerste in der Geschichte Europas, störte die Andacht. Die Metropole wird erschüttert. Es zerstört den Hafen und die Gebäude der Gelehrsamkeit. Die Hauptstadt Portugals und des portugiesischen Weltreichs wird durch eine Naturkatastrophe bedroht. Tausende Menschen rannten hinaus auf die Straßen und Plätze. Ein weiterer stärkerer Erdstoß begrub hunderte Menschen unter den herabstürzenden Gebäudeteilen. Ein 3,5 m breiter Riss entzweite den Boden. Viele Menschen flohen zum Fluss und suchten auf den Freiflächen Schutz. 40 Minuten nach der letzten Erschütterung rollte ein Tsunami mit 15 m Höhe den Tejo hinauf und überschwemmte die Unterstadt. Der Rest wurde durch ein infernalisches Feuer, getragen durch den Nordostwind, verbrannt.

60.000 Todesopfer
85% der Stadt vollkommen zerstört
50% des portugiesischen Bruttoinlandproduktes als Schadenshöhe

Der Prämierminister Sebastiao Jose de Carvalho e Melo rief aus: „Beerdigt die Toten und ernährt die Lebenden.“ Das ersparte Hunger und Epidemien. Außerdem entwarf er ein völlig neues Stadtzentrum, das heutige Baixa. Er wollte auch Licht ins Dunkel der Katastrophe bringen und sandte Umfragen durch das ganze Land. Wie lange dauerte das Beben? Wie viele Nachbeben gab es? Was wurde zerstört? Wie verhielten sich die Tiere? Mit diesen Fragen wurde er als „Vater der Seismologie“ genannt.

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