01.11.1755 damals auch ein
Feiertag, wie heute. Allerheiligen. 250.000 Einwohner und Einwohnerinnen aus
Lisboa beteten in den prächtigen Kirchen und Kathedralen der Stadt. Ein
Erdbeben, das schwerste in der Geschichte Europas, störte die Andacht. Die
Metropole wird erschüttert. Es zerstört den Hafen und die Gebäude der
Gelehrsamkeit. Die Hauptstadt Portugals und des portugiesischen Weltreichs wird
durch eine Naturkatastrophe bedroht. Tausende Menschen rannten hinaus auf die
Straßen und Plätze. Ein weiterer stärkerer Erdstoß begrub hunderte Menschen
unter den herabstürzenden Gebäudeteilen. Ein 3,5 m breiter Riss entzweite den
Boden. Viele Menschen flohen zum Fluss und suchten auf den Freiflächen Schutz.
40 Minuten nach der letzten Erschütterung rollte ein Tsunami mit 15 m Höhe den
Tejo hinauf und überschwemmte die Unterstadt. Der Rest wurde durch ein
infernalisches Feuer, getragen durch den Nordostwind, verbrannt.
60.000 Todesopfer
85% der Stadt vollkommen
zerstört
50% des portugiesischen
Bruttoinlandproduktes als Schadenshöhe
Der Prämierminister Sebastiao
Jose de Carvalho e Melo rief aus: „Beerdigt die Toten und ernährt die
Lebenden.“ Das ersparte Hunger und Epidemien. Außerdem entwarf er ein völlig
neues Stadtzentrum, das heutige Baixa. Er wollte auch Licht ins Dunkel der
Katastrophe bringen und sandte Umfragen durch das ganze Land. Wie lange dauerte
das Beben? Wie viele Nachbeben gab es? Was wurde zerstört? Wie verhielten sich
die Tiere? Mit diesen Fragen wurde er als „Vater der Seismologie“ genannt.
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